5 Unterricht

 

5.1 Arbeitspläne

 

Arbeitspläne der Richard-Schirrmann-Schule
Im Schuljahr 2004/2005 haben wir mit den Überlegungen zu den
Arbeitsplänen für die Fächer Sachunterricht und Deutsch begonnen. Die
entstandenen Arbeitspläne bilden die Grundlage unseres Unterrichtens in diesen Bereichen.
Sie wurden gemeinsam vom gesamten Kollegium unter Berücksichtigung der
verbindlichen Anforderungen der Richtlinien und Lehrpläne des Landes
Nordrhein-Westfalen entwickelt.
Die Arbeitspläne als verbindliche Anforderungen gewährleisten, dass
alle Kinder dieser Schule die gleichen wichtigen Grundlagen für ihre
Schullaufbahn erhalten.

 

Unten aufgeführter Arbeitsplan zu dem Thema Berufe in der Jahrgangsstufe 1 und 2 dienen zur Verdeutlichung unserer Arbeit mit den Arbeitsplänen. Die in den Plänen enthaltenen Zahlen und Seitenzahlenangaben beziehen sich auf die Lehrpläne des jeweiligen Faches. Hierdurch können wir gewährleisten, dass die zentralen Aspekte der Lehrpläne an unserer Schule in jedem Fach umgesetzt werden.

 

 

Arbeitsplan der Richard-Schirrmann-Schule, Neuss-Hoisten

 

Fach: Sachunterricht          Thema: Berufe                                   Jahrgangsstufe: 1/2

 

 

Sachunterricht

Deutsch

Mathe

 

 

Bereich

 

 

Technik und Arbeitswelt

 

 

 

 

 

 

Aufgabenschwerpunkte

 

 

Berufe und Arbeitsstätten

 

Arbeit und Produktion

 

 

 

 

 

 

Unterrichtsgegenstände

 

 

Berufe, Arbeitsplätze von Frauen und Männern erkunden

 

Formen der Arbeit, der Arbeitsteilung und Verteilung kennenlernen

 

 

 

 

 

Auswahlliste der Unterrichtsinhalte

 

-     Berufe in der Schule:

Hausmeister, Sekretärin, Lehrer/in, Schulleitung

-     Post

-     Bäcker

-     evtl. Müllabfuhr

-     Berufe der Eltern

 

 

 

 

 

Verbindliche Anforderungen

 

 

 

1, 4, 5

1, 9, 11, 13

3, 4, 6

 

 

 

 

Prinzipien der Unterrichtsgestaltung und fachspezifische Lernformen

 

 

1, 2, 3, 4, 5, 6, 8

 

 

 

 

 

 

Methoden

 

 

 

Unterrichtsgang

Interview

Lernplakate

 

 

 

 

 

 

Material und Medien

 

 

 

Sachbücher z. B. Tipi 1+2,

Mondo 1/2

 

 

 

 

 

 

Schülerleistungen

 

 

 

Interview

Lernplakat

Lerntagebuch

 

 

 

 

 

Fachbezogene Bewertungskriterien

(spez. D und M)

 

 

 

 

 

 

Individuelle Förderung im Hinblick auf die verbindlichen Anforderungen

 

 

 

 

 

 

 

Standortbezogene Besonderheiten

 

 

 

evtl. Besuch der in Hoisten und Umgebung tätigen Eltern

 

 

 

 

 

5.2 Fach: Sprache
Schwerpunkt: Umgang mit Texten, insbesondere Lesenlernen

Bedeutung des Lesens (Umgang mit Texten)

Kinder machen schon früh Erfahrungen mit Texten verschiedener Art:
mit bildlich vermittelten Texten (Bilderbücher), mit klanglich vermittelten Texten (Hörspielkassetten und Radio, z. B. Lilipuz im WDR 5), mit bildlich-klanglich vermittelten Texten (Fernsehen) und mit schriftsprachlichen Texten im engeren Sinne (Bücher, Zeitungen, Plakate, Werbung).
Der Unterricht greift diese vor- und außerschulischen Erfahrungen auf und erweitert das Textspektrum insbesondere um schriftsprachliche Texte. Er entwickelt die Fähigkeiten, zunehmend sachgemäßer und selbstbewusster mit Texten umzugehen, sie zu lesen, zu verstehen, zu werten, zu nutzen und zu verändern.

Lesen ist die Entschlüsselung bestimmter graphischer Zeichen mit dem Ziel, daraus Sinn entnehmen zu können. Deshalb bedeutet lesen zu können mehr als die Beherrschung der reinen Lesetechnik.
Ziel unseres Unterrichts ist es, die Lesefreude zu wecken und zu fördern.

Das Lesen, die Auseinandersetzung mit den Texten und Zuhören erweitern die Erfahrungsmöglichkeiten der Kinder:
- Durch Lesen von Texten, die auf die Lebenswirklichkeit der Kinder bezogen sind, wird die Auseinandersetzung mit ihr gefördert.
- Durch das Lesen von Texten, die neue Erfahrungen vermitteln, wird der bisherige Erfahrungsraum erweitert.
- Durch das Lesen entsprechender Texte und durch aktiv-spielerischen Umgang mit ihnen werden die Phantasie angeregt und kreativer Textumgang gefördert.
- Durch Untersuchen und Werten von Texten wird eine selbstbewusste und kritische Haltung beim Umgang mit ihnen angebahnt.

(vgl. Richtlinien und Lehrpläne für die Grundschule in NRW, Sprache, S. 26 - 31)

 

Leselernen an der Richard-Schirrmann-Schule
An unserer Schule lernen die Kinder nach dem Prinzip „Lesenlernen durch Schreiben". Bei diesem Spracherfahrungsansatz stehen die je eigenen Voraussetzungen der Kinder und das individuelle Voranschreiten im Vordergrund. Mit Hilfe von Anlauttabellen (Anlage 1) schreiben die Kinder erste lauttreue Wörter und verfassen oft schon sehr schnell eigene kurze Sätze. Ausgehend von den individuellen Voraussetzungen der Kinder wird so jedes einzelne Kind entsprechend seines Lerntempos gefördert.

Als Ausgangsschrift beim Lesenlernen lernen die Kinder die Druckschrift (Anlage 2), da die Vorerfahrungen der Kinder mit Geschriebenem in aller Regel auf der Druckschrift beruhen. Die Kinder können die beim Lesenlernen erworbenen Teilfähigkeiten von Anfang an in ihrer Lebenswirklichkeit erproben. Die Druckschrift ist klarer gegliedert als die Schreibschrift (verbundene Schrift). Ihre Buchstabenformen sind unabhängig von ihrer Stellung im Wort immer identisch.
Als verbundene Schrift lernen die Kinder nach der Druckschrift die Vereinfachte Ausgangsschrift (Anlage 3).

Um die Lesemotivation der Kinder zu fördern und zu entwickeln, wird Wert auf eine lesefördernde Lernumgebung mit vielfältigen Leseanreizen gelegt.
Hierzu gehören auch:
- Büchereibesuche ab dem 1. Schuljahr
- Einrichtung einer Klassenbücherei
- Lesen und Erarbeiten von Ganzschriften (mindestens eine Ganzschrift ab der 2. Klasse pro Schuljahr) z. T. unter Einbeziehung eines Lesebegleiters
- jährliche Buchausstellung für Kinder und ihre Familien
- möglichst jedem Kind während der Grundschulzeit eine Dichterlesung ermöglichen

Wünschenswert wären:
- Einsatz von Lesehelfern als geduldige Zuhörer
- Abonnement einer pädagogisch wertvollen Kinderzeitschrift, die unterrichtsbegleitend eingesetzt wird

Da nicht alle Kinder auf die gleiche Weise und im gleichen Tempo das Lesen erlernen, werden vielfältige, differenzierende Maßnahmen ab dem 1. Schuljahr ergriffen und angeboten, z. B.:
- Fördern von Stärken und Abbauen von Defiziten
- Anbieten anforderungsbezogener Texte
- Leseförderung auch mit Unterstützung des Computers


Beim Umgang mit Texten (Erzählungen, Gedichte - einschl. des Auswendiglernens -, Märchen, Briefe, Sach- und Gebrauchstexte) werden insbesondere die Fähigkeiten gefördert, sich auf unterschiedliche Texte einzulassen, sie zu untersuchen, zu bewerten, und in verschiedener Hinsicht für sich und andere zu nutzen.

Schwerpunkt: Schriftliche Sprachgestaltung

Unterrichtsziel

Die Schüler sollen motiviert werden, unterschiedliche Schreibsituationen für sie sinnvoll und mit Freude zu nutzen. Sie sollen befähigt werden, planvoll zu schreiben und Texte zu überarbeiten.

Klasse 1/2

Besondere Bedeutung haben:
- spontanes Schreiben: Mitteilungen, kurze Briefe
- Freie Texte: Geschichtensammlungen bzw. -bücher; Texte zu anstehenden Themen, wie zu Jahreszeiten, zu Festen und Feiern, zu Bildern, Fotos, Büchern usw.
- Funktionale Texte: Notizen, Aushänge, Briefkasten, Regeln usw.

Klasse 3/4

- Ausbau der Fähigkeiten zum planvollen Schreiben (s. Schreibsituationen)
- Einschätzung und Überarbeitung von Textentwürfen; Hinweise beachten, Regeln erstellen, Schreibkonferenzen durchführen


Schreibsituationen

Erlebtes und Erdachtes
Mögliche Schreibanlässe: Geschichtenbuch, Ferienerlebnisse, Briefe, Fantasiegeschichten, Tagebuch, Jugendherbergsbesuch, Tiergeschichten

Nach Vorgaben erzählen
Mögliche Schreibanlässe: Bilder, Bilderfolgen, Reizwörter, sich in eine literarische Figur hineinversetzen, Geschichten z Ende schreiben, Lyrik

Texte schreiben, die anregen oder verpflichten
Mögliche Schreibanlässe: Einladungen, Spielregeln

Texte schreiben, die dokumentieren und informieren
Mögliche Schreibanlässe: Beschriftungen, Notizen, Sachtexte, Beschreibungen, Stichwortzettel zu Filmen


Mindestens 2 schriftliche Ausarbeitungen sollen pro Halbjahr
im 3. und 4. Schuljahr bewertet werden.

Vom Entwurf zur abgabefertigen Fassung der schriftlichen Ausarbeitung:

3. Schuljahr: 1. Entwurf - Überarbeitungshinweise von Lehrern
und Schülern (Schreibkonferenz)
2. zweite Fassung unter Berücksichtigung der
Bearbeitungskriterien

4. Schuljahr: 1. Halbjahr: erst Entwurf, dann überarbeitete Neufassung

2. Halbjahr: Schreiben einer endgültigen Fassung in einer vorgegeben Zeiteinheit am Vormittag


Schwerpunkt: Rechtschreiben

Im 2. Halbjahr des 1. Schuljahrs wird in allen Klassen die Rechtschreibwerkstatt von Norbert Sommer-Stumpenhorst eingesetzt. Dieses Material ermöglicht den Kindern ein sehr individuelles Vorgehen. Die Einordnung in die Stufen der Rechtschreibwerkstatt erfolgt nach Auswertung der Diagnosediktate, die im Abstand von 6-8 Schulwochen geschrieben werden. Im zweiten (2. Halbjahr) und dritten Schuljahr werden mindestens 3 Diagnosediktate pro Halbjahr geschrieben und bewertet. Diese Noten fließen in die Zeugnisnote des Bereichs Rechtschreiben ein und machen hierbei einen Anteil von 60% aus. Die verbleibenden 40% setzen sich aus bewerteten Abschreibetexten, Textüberarbeitung mit Hilfe des Wörterbuchs, erreichtem Level in der Rechtschreibwerkstatt und dem Bemühen um Anwendung zusammen erarbeiteter Rechtschreibregeln in der eigenen Textproduktion. Letzgenannte Beurteilungskriterien gewinnen auf Grund des sich anbahnenden Regel-
verständnisses in der Rechtschreibung immer mehr an Bedeutung, so dass im 4. Schuljahr diese Kriterien mit 60 % und die Diagnosdiktate mit 40 % in die Rechtschreibnote einfließen.

Deutschnote
Im Fach Deutsch wird seit dem Halbjahreszeugnis des Schuljahres 2005/2006 neben den bisherigen Noten für Rechtschreiben, Sprachgebrauch und Lesen eine Gesamtnote Deutsch erteilt. Diese setzt sich aus den drei Einzelleistungen zusammen, indem Sprachgebrauch mit 40%, Lesen und Rechtschreiben zu je 30% gewertet werden


5.3 Experimente im Sachunterricht

 

Ist-Zustand

·     Die Studentenzahlen in den Natur- und Ingenieurwissenschaften sinken seit den 90er-Jahren dramatisch.

·    Gisela Lück (Universität Bielefeld, Didaktik der Chemie, Mitarbeiterin am neuen Lehrplan SU) wertete 1345 Biographien von Studienanfängern im Bereich Chemie aus. Davon entschieden sich 22% nach ihrer Angabe für ein naturwissenschaftliches Fach, aufgrund spannender Erfahrungen in der frühen Kindheit (z. B. Experimentierkasten) und liebevoller Heranführung. Nur 8 % gaben eine Prägung in Sekundarstufe II an.

·    Nach der TIMMS-Studie (Third International Mathematics and Science Study) sind Eltern in Deutschland an der naturwissenschaftlichen Bildung ihrer Kinder  weniger interessiert als andernorts. Das Ministerium für Bildung reagiert auf die Studie von 1996 mit der Forderung nach „Stärkung des mathematisch-naturwissenschaftlichen-technischen Unterrichts“ MSWWF (Hrsg.).

·    In der Grundschule ist die Experimentierfreude der Kinder oft abnehmend (andere konkurrierende Eindrücke). In der Grundschule spielen Naturwissenschaften fast keine Rolle. Frau Dr. Lück untersuchte die meisten deutschen Sachunterrichts-Lehrplan auf Anteile der unbelebten Naturwissenschaften. Im NRW-Lehrplan war kaum Chemie und sehr wenig Physik etabliert.

·    Bisher war der Unterricht oft wissenschaftlich orientiert. Dabei wurden die beim Kind ablaufenden Prozesse beim Lernen nicht in den Blick genommen, sondern nur das Produkt. Ziel war früher die reine Begriffsbildung. Mit der Folge, dass viele Kinder physikalische und chemische Versuche als Zauberei wahrnahmen.  

ðIm Lehrplan Sachunterricht zur Erprobung (2003) sind Physik, Chemie, Technik erstmalig gut etabliert und das Trainieren überfachlicher Kompetenzen (selbstständig konstruieren, Teamgeist, Methodenkompetenz) wird gefordert.

 

Konsequenzen für den naturwissenschaftlichen-technischen Unterricht

an der Richard - Schirrmann-Schule

 

 

Naturwissenschaften - Wer den Nachwuchs dafür begeistern will muss früh anfangen. Am besten mit Experimenten (Artikel NGZ, 20.04.2002)

 

 

Wir wollen Kinder aus dem Staunen und Fragen

zum Begreifen der Umwelt führen.

Erkenntnisleitende Fragen:

·   Welche Methoden, welche Struktur brauchen Kinder dazu?

·   Wie kann Schule an die Lebenssituation der Kinder anknüpfen, so dass die Lerner bei ihrer Fragestellung begleitet werden?

Das Kollegium der RSS nimmt am NRW- Pilotprojet der Bayer-AG, Werk Dormagen und des Studienkreises Schule/Wirtschaft NRW teil. Grundlage ist das Unterrichtsentwicklungskonzept „Lernen lernen von Anfang“, das die Kinder für das selbstständige Lernen mit Methodentraining ausstattet und das Kennenlernen des eigenen Lerntyps ermöglicht.

 

Routinen für das Experimentieren [1] schaffen

Voraussetzungen für forschendes Lernen ist, dass die Kinder:

1) einen Forschungsplan entwerfen können,

2) sie eine Prüfung und Auswahl der Methoden treffen,

3) den Versuch durchführen

4)u nd auswerten können.

 

Nach Wagenschein ist die Abfolge der Unterrichtsphasen:

1) Problem den Kindern im Gespräch verdeutlichen und Formulierung der Problemfrage

2) Vermutung der Ursachen und Voraussagen der Wirkung (Hypothesen und Prognosen) durch Kinder aufstellen lassen

3) Gewinnung der experimentellen Fragestellung und Versuchsplanung

4) Nachprüfung im Experiment

5) Auswertung des Experiments und Feststellung des Ergebnisses, Bestätigung oder Widerlegung

6) Zusammenhänge herstellen mit den bisherigen Kenntnissen und dem Lebensbereich

 

 

Jedem Kind kann auf jeder Entwicklungsstufe jeder Lehrgegenstand in einer intellektuell ehrlichen Form erfolgreich gelehrt werden.

(Jerome S. Bruner, Der Prozess der Erziehung, 1970)

 

Wenn die Lerner ihre „erklärenden Vermutungen“ zu physikalischen Phänomenen äußern, zeigen sie dabei, dass sie häufig Vorstellungen entwickelten, die mit der Wirklichkeit wenig zu tun haben. Dies ist genau der „Knackpunkt“, der insbesondere im naturwissenschaftlichen Unterricht bedacht werden muss: Das menschliche Gehirn interpretiert die dargebotenen Informationen auf der Basis des Vorwissens, so dass das neu „Erlernte“ dem eigenen Wissen möglichst nicht wiederspricht. Das  Gehirn neigt dazu, an einmal gefundenen Interpretationen festzuhalten und das Vorwissen kann hindern, etwas Neues zu lernen. „Das Bemühen einer alternativen Deutung lässt nach, wenn eine für sich zufriedenstellende gefunden ist.“[2] Weist der Lehrer auf ein “falsches“ Verständnis hin, so gibt der Schüler sein Vorwissen nicht auf und nimmt die Version des Lehrers an. Das wusste schon Platon vor meist mehr als 2000 Jahren:

„Wenn einem Menschen bereits bekannt ist, was er lernen soll,

gibt es keinen Grund, es noch zu lernen.“ [3]

Auf der anderen Seite können Hirnforscher die „alte pädagogische Weisheit“ an das Vorwissen der Lernenden bei der Präsentation neuer Inhalte anzuknüpfen mit ihren Ergebnissen stützen.[4] War der „wissenschaftspropädeutische Unterricht“ der 70er-Jahre dem Verstehen von physikalischen Phänomenen mit dem „Lernen“ von Begriffen und Definitionen, mit denen sie nicht umgehen konnten eher hinderlich, bedeutet der naturwissenschaftliche Unterricht im Aufgabenfeld Physik/Chemie wegen seiner kindgemäßen und handlungsorientierten Gestaltung keine Überforderung für Grundschulkinder. Im Gegenteil:

„Ein Unterricht, der Gelegenheit gibt, eigene Ideen und Vermutungen zu entwickeln, diese in kleinen Experimenten zu überprüfen, darüber miteinander zu sprechen und daraus zu lernen, trifft auf ausgesprochenes Interesse bei Grundschulkindern!“[5]

 

Gisela Lück betont diese Forderung u. a. auf motivationstheoretischem Hintergrund.[6] Auch sie postuliert sich Zeit zu nehmen für Erklärungen. Sie nennt es „Die Anstrengung des Begriffs“ die Kinder leisten müssen. Im Gegensatz zum Lernen biologischer Zusammenhänge, sind beim Lernen zu Phänomenen aus der unbelebten Natur „Wenn..., dann...-Beziehungen“, um das logische Denken zu trainieren, viel leichter anzubahnen.  Sie lockt die Kinder bei ihren Interviews immer wieder von der Phänomenebene auf das Submikroskopische und beobachtet, wie interessiert die Kinder dabei sind. Sie betont auch, wie wichtig die Zuverlässigkeit der Experimente für die Kinder sind. „Die Versuche geben den Kindern etwas.“ Besonders emotional-benachteiligte Kinder sind hoch motiviert bei der Sache.[7]

Untersuchungen haben also gezeigt, dass bei einer angemessenen, kindgemäßen Unterrichtsgestaltung verstehendes und interessiertes Lernen im Vorfeld der Naturwissenschaften schon im Kleinkind- und Grundschulalter möglich und überaus sinnvoll ist.

Frühzeitige, positive Lernerfahrungen wirken sich dabei insbesondere auf die Entwicklung von Motivation und Interesse, auf die erlebte Kompetenz (Bildungsselbstwert) und auf die Fähigkeit wissenschaftlich zu denken, förderlich aus. Auch den häufigen Erfahrungsdefiziten von Mädchen in diesem Bereich kann ein bereits in der Grundschule beginnender Unterricht entgegenwirken.

 

Definitionen von physikalischen und chemischen Begriffen einzuführen, wäre völlig verfehlt. Aber Konsequenzen, die von Lehrern gezogen werden sollten sind:

·    Die Kinder Erfahrungen machen zu lassen, die mit den Konzepten übereinstimmen.

·    Herausfordernde und erstaunliche Phänomene präsentieren und an Fragen und Vermutungen aller Kinder anknüpfen.

·     Nicht eine Antwort als richtig stehen lassen und andere Vermutungen nicht aufgreifen. Dass dies im Unterricht mit bis zu 32 Kindern schwer ist, versteht sich von selbst. Daher muss Lehrer sich bemühen, mit den Kindern Methoden für selbstreguliertes Arbeiten zu trainieren und zumindest den Blick für die Denkweisen der Kinder zu schärfen, um auf sie eingehen zu können.

·    Kindgerechte Experimente auszuwählen, die funktionieren.

 

5.31 Konkrete Umsetzung des Konzeptes an der RSS

 

Im Schuljahr 2005/06 beschäftigte sich das Kollegium der RSS mit oben vorgestelltem Konzept in einer Fortbildungsreihe. Diese Fortbildung ergab sich unter anderem als konsequente Weiterführung der Erstellung der Arbeitspläne für den Sachunterricht. Hinzu kam, dass das Naturwissenschaftliche Arbeiten in der Grundschule ein Schwerpunkt des Studiums unseres Lehramtsanwärter Herrn Riffert war, so dass wir einen kompetenten Moderator für die Fortbildung im eigenem Kollegium hatten.

 

In der ersten Lehrerkonferenz zum Thema bekamen wir einen Überblick zum naturwissenschaftlichen Lernen und es fand eine Abfrage statt, welche Eigenschaften Schülerexperimente für die Grundschule besitzen sollten. Wichtige Aspekte hierbei sind für uns, die Sicherheit, die Durchführbarkeit für die Kinder und das Gelingen der Experimente. In einem weiteren Schritt wurde der „Experimentierplan für Wissenschaftler“ vorgestellt. Anhand dieses Planes führte das Kollegium zahlreiche für Grundschulkinder geeignete Experimente durch. Im Anschluss an diese Konferenz wurde eine Steuergruppe gebildet, die für die Anschaffung neuer Materialien im Sachunterricht zuständig war. Es standen uns hierfür 1000€ aus dem Fonds der Chemischen Industrie zur Verfügung. Diese wurden uns auf Grund unseres Konzeptes zur Verfügung gestellt. In einem letzten Schritt setzten wir uns mit Methoden für das naturwissenschaftliche Arbeiten in Hinblick auf unser Schulprogrammsegment „Methoden lernen“ auseinander.

Auf Grundlage der Auseinandersetzung mit dem Thema wurde folgender Konferenzbeschluss gefasst:

 

In den Jahrgangsstufen 1und 2 werden mindestens 8 Schülerexperimente durchgeführt. In den Jahrgangsstufen 3 und 4 werden mindestens 12 Schülerexperimente durchgeführt. Diese Experimente werden anhand des vorgestellten Experimentplans für Wissenschaftler in einem Experimentierheft über die gesamte Grundschulzeit dokumentiert. Eine Einführung dieses Heftes findet in der 1. Jahrgangsstufe statt.

 

Durch die Spende des chemischen Fonds ist es uns möglich gewesen, die Materialien für ca. 40 Schülerexperimente in Klassenstärke, d.h. für Partner oder Gruppenarbeit zur Verfügung zu stellen.

 

Experimentierplan für Wissenschaftler

 

1.Frage?

 

2. wissenschaftliche Vermutung:

Schreibe auf, was wohl passieren wird.

 

3. Versuch:

Plane deinen Versuch! Führe den Versuch durch!

Schreibe oder male Material und den Versuch auf!

 

4. Beobachtung:

Schreibe oder zeichne auf, was passiert ist!

 

5. Ergebnis/Erklärung:

Stimmt deine Vermutung? Erkläre den Versuch!

 

 

 5.4  Methodenkompetenz

 

Bedeutung neuer Lernformen und Lernmethoden

Die Bedingungen, unter denen heute zu unterrichten ist, haben sich erheblich verändert. Immer neue Anforderungen an das schulische Lehren und Lernen werden nicht nur von Schülerseite gestellt, sondern auch von Seiten  der Eltern, der Wirtschaft und der Schulverwaltung. Das traditionelle Methodenrepertoire reicht nicht mehr aus, um den veränderten Lebensverhältnissen und Lerninteressen der Schüler/innen gerecht zu werden. Daher sind grundlegende Veränderungen sowohl des Rollenverständnisses als auch des Methodenrepertoires der Lehrer/innen nötig.

Neue Lernformen sind schon deshalb notwendig, weil unter dem Einfluss des alltäglichen Medienkonsums  die Aufnahmebereitschaft und -fähigkeit der Kinder nachgelassen hat, so dass der traditionell lehrerzentrierte, darbietende Unterricht mehr und mehr zum Scheitern verurteilt ist.

Neue Lernmethoden sind aber auch deshalb geboten, da von Seiten der Eltern, der Betriebe und der Bildungspolitik zunehmend neue Anforderungen an die schulische Bildungsarbeit gestellt werden, die neben den unverzichtbaren Qualifikationen Lesen, Schreiben und Rechnen auf die Vermittlung zukunftsgerechter Schlüsselqualifikationen wie Selbstständigkeit, Methodenkompetenz, Kommunikationsfähigkeit, Teamfähigkeit, Kreativität, Eigeninitiative, Zielstrebigkeit und Verantwortungsbewusstsein zielen. Mit den traditionellen Methoden lassen sich diese Qualifikationen nur schwer vermitteln. (vgl. Heinz Klippert, Unterrichtsentwicklung, Methodentraining als Basisstrategie, in Schulleitung und Schulentwicklung, E.2.11, S. 2f)

Diese neue Lehr- und Lernkultur muss bereits mit der ersten Klasse beginnen. Für die Zukunft der Kinder ist es nicht von existentieller Bedeutung zu wissen, wie welcher Dinosaurier wann und wo gelebt hat. Die Kinder müssen durch die Schule befähigt werden, Informationen selber zu finden, diese zu verstehen, auszuwerten und anderen mitzuteilen. Sie müssen angeleitet werden, das Lernen zu lernen, Erkenntnisse in neuen Zusammenhängen anzuwenden und Wissen an andere weiter zu geben.

Das Einführen, Einüben und Vertiefen folgender Methoden bietet unseren Schülerinnen und Schülern ein solides Fundament, um auch auf den weiterführenden Schulen erfolgreich lernen und arbeiten zu können:

 

1. Schuljahr:                       - Markieren

 

 

2. Schuljahr:                       - Mind-map

                                               - Kugellager

 

 

3. Schuljahr:                        - Lernplakat

                                               - Schreibgespräch

 

 

4. Schuljahr:                       - Vortrag

                                               - Stichwortzettel

 

Weiterentwicklung des Schulprogrammsegmentes:

 

Das sogenannte Methodentraining besteht aus 3 Bausteinen: 1. Methodentraining 2. Kommunikationstraining und 3. Teamentwicklung.

Jedem einzelnen Baustein sind verschiedene Methoden zuzuordnen und somit Unterrichtsgegenstand in der Grundschule. Um oben genanntes Methodenrepertoire für unsere Schüler und Schülerinnen zu erweitern haben wir uns zu einer umfangreichen, kollegiumsinternen Fortbildung entschlossen.

In einem ersten Schritt haben wir im ersten Halbjahr des Schujahrs 2007/08 an einer Fortbildung zum Methodentraining teilgenommen. Hier sind noch einmal die bereits an unserer Schule eingeführten Methoden und ihre Vermittlung thematisiert worden. Dieser Schritt war notwendig, da durch Zu- und Abgänge sich die Zusammensetzung unseres Kollegiums geändert hatte. In den folgenden Schuljahren werden wir uns jeweils zu den Bereichen Kommunikationstrainning und Teamentwicklung fortbilden. Resultat aus diesen Fortbildungen wird ein erweitertes Methodenrepertoire sein, welches das Fundament für eigenverantwortliches Lernen und Arbeiten unserer Schülerinnen und Schüler bilden wird.

 

5.5 Konzept zur Mädchen- und Jungenförderung

-          Gewalt-Prävention

-          Prävention sexuellen Missbrauchs

 

 

Die Gewalt- und Suchtprävention, sowie die Stärkung der Kinder ist eine gemeinsame Aufgabe und in der gemeinsamen Verantwortung von Lehrern, Eltern und Kindern. Die Schule bemüht sich um geeignete Kurse/Trainingsprogramme.

Zielsetzung ist: Schülerinnen und Schüler sollen während ihrer Schulzeit weiterhin sowohl im Unterricht als auch durch spezielle Gewalt-Präventions-Kurse in der Schule befähigt werden, Gewalt-Situationen zu vermeiden bzw. diesen vorzubeugen. Sie sollen Grundlagen der Körpersprache erlernen und diese aktiv als Konflikthilfe einsetzen können. Die Selbstbehauptung, vor allem der Mädchen, soll dadurch gefördert und die Persönlichkeit gestärkt werden.

Inhalte solcherGewalt-Präventions-Kurse sollen sein:

 

Ø      Grundlagen der Körpersprache

Ø      Körpersprache als Konflikthilfe (mit praktischen Übungen)

Ø      Vorausschauendes Denken und Handeln (Durch Kenntnis der Körpersprache im Vorfeld erkennen, welche Absichten einzelne Personen oder Gruppen haben.)

Ø      Verhaltensweisen von Opfern vermeiden (In Rollenspielen üben, wie vermieden werden kann, Opfer eines gewalttätigen Angriffs zu werden.)

Ø      Öffentlichkeit herstellen (Wie mache ich das?)

Ø      Weglaufen oder weiter gehen (Muss ich den Helden spielen?)

Ø      Zivilcourage (Muss ich eingreifen, wenn ich Zeuge einer Gewalttat werde und wie mache ich das?)

Ø      Eigene Konfliktbeispiele (Erarbeiten von Handlungsalternativen für genannte Beispiele.)

Ø      Praktische Tipps (Verhaltensregeln zur Prävention)

 

Für die Mädchen ist es wichtig zu lernen, sich mit aufrechtem und selbstbewusstem Gang zu präsentieren. Sie sollen lernen, verbale und nonverbale Signale in Einklang zu bringen, also in Wort- und Körpersprache überein zu stimmen. Den Mädchen ist oft  nicht bewusst, dass ihr Mund „nein“ sagt, ihr Körper aber ein „ja“ signalisiert (unterwürfige, ängstliche, schüchterne Haltung). Die Mädchen sollen erfahren, dass durch angemessene Körperhaltung schon im Vorfeld Blicke oder Belästigungen eingedämmt oder gar vermieden werden können. Sicheres Auftreten kann möglichen Körperkontakt verhindern.

Verdeutlicht werden kann dies den Mädchen durch vielfältige Rollenspiele, in denen Szenen im Bus oder in der Disco gezeigt, gespielt und trainiert werden.

 

Für die Jungen ist es wichtig zu lernen, dass es zur Konfliktvermeidung unerlässlich ist, die Körpersprache des Gegenüber (insbesondere Blicke) schnell und richtig zu deuten, dass es „uncool“ ist, den „starken Mann“ spielen zu wollen, und dass eine geschickte Antwort auf Provokationen weitere Provokationen vermeiden kann. Auch hier können verschiedene Verhaltensweisen z. B. in den Szenen „An der Haltestelle“, „Im Bus“ und „In der Disco“ vorgeführt, gespielt und trainiert werden. Für viele Jungen ist es schwierig, vor den anderen Jungen in Konflikten „nachzugeben“. Hier kann ein gezieltes Deeskalationstraining helfen, auf Blicke und Sprüche angemessen zu reagieren.

 

Alle Kinder sollen während ihrer Schulzeit neben einem Gewalt-Präventions-Training auch die Möglichkeit erhalten, ein Training zur Prävention sexuellen Missbrauchs
z. B. mit der Theaterpädagogischen Werkstatt Osnabrück durchzuführen (Theaterstück: Mein Körper gehört mir!). Hierzu werden die Eltern zu einem Informationsabend und zu einer Vorführung der Theaterwerkstatt eingeladen.

Die Kinder (Jungen und Mädchen) sollen lernen, auf ihre Gefühle und Empfindlichkeiten zu hören und lernen, bei „Nein-Gefühlen“ dies auch deutlich artikulieren zu können. Dieses Training soll ebenso helfen, Rat und Hilfe bei den Eltern, den Lehrern oder Beratungsstellen zu suchen und zu finden!

 

5.6 Bewegung, Spiel und Sport im Schulleben der RSS

 

Bewegung, Spiel und Sport sind wichtige Elemente einer am Kind orientierten Grundschulpädagogik. Die Umwelt unserer Kinder hat sich dahingehend verändert, dass viele von ihnen heutzutage unter Bewegungsmangel leiden. Die Gründe hierfür sind zahlreich: Es gibt durch die zunehmende Bebauung immer weniger Spiel- und Bewegungsraum für die Kinder. Unsere Umwelt ist zunehmend durch Technisierung und Motorisierung gekennzeichnet. Immer mehr Kinder verbringen einen Großteil ihrer Freizeit mit Medien.

Die Folgen des Bewegungsmangels sind unter anderem, Haltungsschwächen, Übergewicht und Wahrnehmungsstörungen. Insbesondere der Bereich der Wahrnehmungsstörungen ( Unkonzentriertheit, kleiner Blickfeldrand, fehlende Raumorientierung, Unruhe) hat Einfluss auf das schulische Lernen und Leisten. Aus lernbiologischer Sicht entwickelt sich die Intelligenz von Menschen bis zum 7. Lebensjahr in Verbindung mit der Motorik, d.h. mit Bewegung. Aufgrund dieser Tatsache und dem Bewegungsmangel der Kinder ist Bewegung, Spiel und Sport ein wichtiges Element unseres Schullebens, welches auf verschiedenen  Säulen beruht:

 

Verbindlicher Sportunterricht

Im Sportunterricht werden die notwendigen Impulse für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen gegeben und Grundlagen für deren Teilnahme am Bewegungsleben und am Sport in unserer Gesellschaft geschaffen. Ein Aspekt des Sportunterrichts ist es, die Kinder durch bewegungsbezogene Aufgabenstellungen ganzheitlich zu fördern und ihnen Freude an Bewegung zu vermitteln. Ein weiterer Aspekt ist die Erschließung von typischen Aktivitäten und Handlungsmustern des Sports (z.B.: Sportspiele wie Fußball, Handball, Brennball, Schwimmen, Laufen, Springen, Werfen). Diese Vielfalt wird den Kindern im Sportunterricht erfahrbar gemacht, um Sporttreiben als Teil selbstverantwortlicher Lebensgestaltung anzubahnen.

 

In unserer Schule haben alle Klassen, wie in der Ausbildungsordnung Grundschule (AO-GS) vorgesehen, wöchentlich 3 Stunden Sportunterricht.

In der 2. und 4. Klasse haben die Kinder in einem Schulhalbjahr einmal wöchentlich Schwimmunterricht. Hierbei steht zunächst im Vordergrund,die Kinder spielerisch an das Bewegen im Wasser zu gewöhnen, um sie im Anschluss hieran an das Schwimmen heranzuführen. Auch im Schwimmunterricht werden die Kinder individuell gefördert. Daher unterscheiden wir in jedem Halbjahr drei Gruppen voneinander. Nichtschwimmer, Halbschwimmer und Schwimmer. Die Kinder in den einzelnen Gruppen werden entsprechend ihrer Fähigkeiten und Fertigkeiten gefördert.

 

Bewegungsaktivitäten zur Rhythmisierung des Lebens und Lernens in der Schule

 

Pausenhofgestaltung/Pausensport

Den Pausen als Erholungszeit für die Kinder gilt unser besonderes Augenmerk. Der Schulhof ist mit bunten Spielflächen bemalt, die von den Kindern zum Hüpfen und Laufen benutzt werden. Vor einigen Jahren wurde im unmittelbaren Anschluss an den Schulhof eine Spielanlage gebaut, die zum Teil aus Mitteln der Schule, der Eltern und ortsansässiger Firmen gebaut wurde. Bei entsprechender Wetterlage werden die Spielanlage, der öffentliche Spielplatz und der Bolzplatz in den Pausenbereich mit einbezogen. Das dahinter stehende Konzept ging voll auf. Die körperlich aktiven Kinder können sich auf den beiden Spielanlagen abreagieren, die Pause macht den Kindern bedeutend mehr Spaß und die Unfallzahlen sind drastisch gesunken.

Um diese positiven Affekte zu erweitern gibt es seit diesem Schuljahr eine Spielgeräteausleihe. Hier können sich die Kinder während der Pause verschiedene Spielmaterialien (Bälle, Seilchen, Pedalos usw.) ausleihen. Diese Ausleihe wird von den Kindern selbstständig organisiert. Hierdurch wird die Eigenverantwortung der Kinder für ihr selbstgestaltetes Bewegungsleben gefördert.

 

Die Kinder können in den ihnen reichhaltig zur Verfügung stehenden Freiräumen gegenseitiges Rücksichtnehmen üben und Möglichkeiten finden, eigene Spielideen umzusetzen.

Diese gegenseitige Rücksichtnahme findet ihren Ausdruck auch darin, dass die Kinder sich zum Ende der Pause nicht paarweise vor den Eingangstüren aufstellen müssen. Sie betreten das Gebäude zwanglos, um ihre Klassenräume aufzusuchen, so wie sie es im späteren Leben auch machen sollen.

 

Bewegung im Unterricht

Das Bewegungsbedürfnis der Kinder wird auch im Unterricht berücksichtigt. Hierbei werden unterschiedliche Methoden angewandt um diesem Bedürfnis Rechnung zu tragen. Zum Teil wird der Unterricht durch Bewegungs- oder Stillespiele aufgelockert. Der Wechsel von Sozialformen (Gruppenarbeit, Stuhlkreis, Partnerarbeit, Einzelarbeit) im Unterricht trägt zu einer sinnvollen Aufteilung bei. Einzelne Unterrichtsinhalte können in direkter Verbindung mit Bewegung vermittelt werden. So werden zum Beispiel die neu eingeführten Buchstaben auch über Bewegung, d.h. Ertasten oder dem Mitschüler auf den Rücken schreiben, vermittelt.

 

Arbeitsgemeinschaften, Kooperation mit Sportvereinen und Teilnahme an Sportveranstaltungen

Sowohl im Vormittagsbereich (Basketball) als auch im Nachmittagsbereich (z. Z. Fußball, Tischtennis, Tennis und Bewegung für Grundschulkinder) bietet unsere Schule zahlreiche Angebote im Bereich Sport und Bewegung an. Hier haben die Kinder die Möglichkeit einzelne Sportarten intensiver kennen zu lernen und diese unter Umständen für sich als Freizeitmöglichkeit zu entdecken. Wir arbeiten hier eng mit den ortsansässigen Abteilungen des DJK Germania Hoisten zusammen. Hierdurch wird eine enge Verbindung zwischen Verein und Schule geknüpft.

 

Zwei wichtige Aspekte im Sport sind die Kooperation und der Wettkampf. Sport bietet hierbei zahlreiche Möglichkeiten soziale Handlungsfähigkeit in Verbindung von praktischer Erfahrung und Reflexion weiterzuentwickeln. Diese Erfahrungen können insbesondere auch bei Sportveranstaltungen gemacht werden. Aus diesem Grund bieten wir unseren Kinder eine Vielzahl von Möglichkeiten diesbezüglich in einem Schuljahr an: Bundesjugendspiele, Tischtennis-Turnier der Neusser Grundschulen, Basketball-Turnier der Neusser Grundschulen, Tennis – Turnier der Neusser Grundschulen, Neusser Crossmeisterschaft, schulinternes Tischtennis-Turnier, Rosellener Abendlauf.

Durch die Teilnahme an diesen Veranstaltungen wird zum einen das soziale Miteinander von allen am Schulleben Beteiligten positiv geprägt, zum anderen erfahren die Kinder eine Stärkung ihrer individuellen Persönlichkeit.

 



[1]Der Begriff des Experiments wird hier nicht im strengen naturwissenschaftlichen Sinn gebraucht, sondern im Sinne von Vorformen „Wirkliche selbstständige kreative Planung von Experimenten zur Überprüfung einer theoretischen Hypothese sind üblicherweise Aufgabe einer Diplomarbeit am Ende eines Hochschulstudium.“  Wiebel, Klaus Hartmut. „Laborieren“ als Weg zu Experimentieren im Sachunterricht, in: Die Grundschulzeitschrift, 139/2000, S. 44-47.

[2] vgl. Bach, Axel u. a.: Wie wir lernen, Quarks Script, WDR Mai 2001, S. 18.

[3] Zitat entnommen, ebd.

[4] vgl. Spitzer, Manfred: Lernen,  Heidelberg 2002.

[5] Möller, Kornelia/ Jonen, Angela/ Gais, Berenike: Klasse(n)Kisten für den Sachunterricht“ Ein Projekt des Seminars für Didaktik des Sachunterrichts Universität Münster im Rahmen von KiNT: Kinder lernen Naturwissenschaft und Technik. Westfälische Wilhelms-Universität (Hrsg.), Münster, 2002, S. 3.

[6] vgl. Lück, Gisela: Interesse für die unbelebte Natur wecken, in: Grundschule 2/ 2002, S.48-49.

[7] vgl. Lück, Gisela: Naturwissenschaften im frühen Kindesalter, Vortragsmitschrift vom 18.11.2002 bei der Bayer-AG-Dormagen.