Richard-Schirrmann-Schule

 

6. Konzept zur Schuleingangsphase

 

6.1. Allgemeines

 

Die neue Schuleingangsphase

„Zentrales Ziel der neuen Schuleingangsphase ist, alle schulpflichtigen Kinder eines Jahrgangs in die Grundschule aufzunehmen und sie dem Grad ihrer Schulfähigkeit entsprechend zu fördern. Dabei hat sich das Verständnis von ’Schulfähigkeit’ gewandelt. In der Vergangenheit ging man davon aus, dass Kinder im Verlauf ihrer Entwicklung gleichsam von selbst den Zeitpunkt der Schulfähigkeit erreichen. Heute wird Schulfähigkeit als gemeinsame Aufgabe verstanden, an der Eltern, Erzieher und Pädagogen durchgängig von der vorschulischen Erziehung bis in die Grundschule hinein mitwirken. Nicht das Kind entwickelt sich bis zur Schulfähigkeit, sondern die Schulfähigkeit des Kindes muss entwickelt werden.

Bislang ist es häufig geübte Praxis, dass Kinder vom Schulbesuch zurückgestellt werden, weil ihnen noch nicht die Schulfähigkeit bescheinigt werden kann. Eine solche Zurückstellung vom Schulbesuch bedeutet aber immer auch eine Ausgrenzung. Die wird vermieden, wenn alle Kinder eines Jahrgangs gleichzeitig in die Schule kommen. Parallel dazu wird bei der Neugestaltung der Schuleingangsphase dafür Sorge getragen, dass die Kinder je nach ihrem individuellen Stand der Schulfähigkeit gezielt gefördert werden - und zwar sowohl vor als auch in der Schule (s. u.).

Die Erfahrungen in anderen Ländern haben gezeigt, dass die zeitgleiche Einschulung aller Kinder eines Jahrgangs wesentlich effektiver ist als eine Zurückstellung und getrennte Förderung im Schulkindergarten. Viele Formen des differenzierten Unterrichtes ermöglichen es, alle Kinder in ihren Begabungen individuell zu fördern.

 

In der neuen Schuleingangsphase soll in der Regel in jahrgangsübergreifenden Klassen gelernt werden. Davon profitieren sowohl ältere oder in der Entwicklung fortgeschrittenere Schülerinnen und Schüler als auch jene, die noch Unterstützung bei der Entwicklung ihrer Schulfähigkeit benötigen. Während die erste Gruppe bei der Vermittlung ihrer bereits erworbenen Kenntnisse und Fertigkeiten zusätzliche Kompetenzen erwirbt und festigt, erhält die zweite Gruppe in der Lernumgebung mit den anderen Kindern viel mehr Anregungen und Impulse. Das Modell der neuen Schuleingangsphase unterstützt damit die gleichzeitigen Anstrengungen von Eltern, Erziehern und Pädagogen, das jeweilige Kind in seiner individuellen Entwicklung gezielt zu fördern.

 

Informationsveranstaltungen für Eltern vierjähriger Kinder

Ziel der Informationsveranstaltungen ist es, den Eltern rechtzeitig Informationen über frühzeitige Fördermöglichkeiten für ihre Kinder zu geben. Zu den Veranstaltungen lädt der Schulträger - die Städte und Gemeinden - ein.

 

Frühzeitiges Anmeldeverfahren

Der Anmeldetermin für den Eintritt in die Grundschule wurde auf den Herbst vorgezogen. Hintergrund dieser Vorverlegung ist, dass bei unzureichenden deutschen Sprachkenntnissen des Kindes bis zur Einschulung noch sprachfördernde Maßnahmen ergriffen werden können.


Vorschulische Sprachförderkurse

Während des Anmeldegesprächs in der Grundschule überprüft die Schulleiterin oder der Schulleiter den Sprachstand des Kindes. Deuten sich dabei unzureichende Sprachkenntnisse an, führt man mit dem Kind ein standardisiertes Testverfahren zur Sprachstandsfeststellung durch. Wenn sich bei diesem Test Schwierigkeiten mit der deutschen Sprache herausstellen, muss das Kind noch vor der Einschulung einen Sprachkurs besuchen oder an einer integrierten sprachlichen Förderung in der Tageseinrichtung teilnehmen.

 

Verstärkte Zusammenarbeit von Kindergarten und Grundschule

Die Entwicklung der Schulfähigkeit ist ein kontinuierlicher Prozess. Damit dieser optimal gestaltet werden kann, arbeiten Kindergarten und Grundschule schon frühzeitig zusammen und übernehmen damit gemeinsam Verantwortung für eine bestmögliche Förderung der Kinder. Die Kooperation von Kindergarten und Grundschule wird dabei durch gegenseitige Hospitationen, gemeinsame Konferenzen und Fortbildungen gewährleistet.

 

Zurückstellungen nur noch aus medizinischen Gründen

Ab dem Schuljahr 2005/2006 werden Kinder nur noch aus medizinischen Gründen vom Schulbesuch zurückgestellt. Die Entscheidung darüber trifft die Schulleiterin
oder der Schulleiter auf der Grundlage eines amtsärztlichen Gutachtens.

 

Förderpläne für alle Kinder

Die Grundschulen sind gehalten, ... (insbesondere für) besonders begabte Kinder ebenso wie für diejenigen Kinder, deren Schulfähigkeit noch nicht so stark ausgeprägt ist, individuelle Förderpläne zu erstellen. Die Inhalte der individuellen Förderung werden auf der Grundlage des Schulfähigkeitsprofil festgelegt, das allerdings nicht schematisch angewendet werden soll...

Dauer der Schuleingangsphase

Die neue Schuleingangsphase umfasst die bisherigen Klassen 1 und 2 als Einheit. Durch die Zusammenarbeit von Grundschullehrkräften und sozialpädagogischen Fachkräften kann jedes Kind stärker als bisher individuell gefördert werden. Damit werden die Voraussetzungen für ein erfolgreiches weiteres Lernen geschaffen. Da die Schülerinnen und Schüler aber je nach Entwicklung und Fähigkeiten unterschiedliche Lernzeiten benötigen, kann die neue Schuleingangsphase in einem, in zwei
oder in drei Jahren durchlaufen werden, ohne dass ein drittes Jahr auf die Schulzeit angerechnet wird.

Organisation des Unterrichts

Hinsichtlich der Unterrichtsorganisation gibt es

► jahrgangsübergreifenden Unterricht und

► jahrgangsbezogenen Unterricht

 

Lernen im jahrgangsbezogenen Unterricht

 

Die Schulen können in der neuen Schuleingangsphase wie bisher auch in Jahrgangsklassen unterrichten. Sie stellen dann durch ihre pädagogische Arbeit sicher, dass die individuelle Förderung aller Kinder möglich ist. Dem Lernen im jahrgangsbezogenen Unterricht und dem zu Grunde liegenden Konzept muss die Schulkonferenz zustimmen.

Gemeinsame Unterrichtssituationen in der Jahrgangsklasse können so gestaltet werden, dass die Mitarbeit auf unterschiedlichem Niveau möglich ist. An den Klassenunterricht können sich auch Phasen selbstständigen Lernens mit differenzierten Anforderungen anschließen, denen sich die Kinder auch nach eigener Einschätzung zuordnen. Neben den vielfältigen Formen der Differenzierung und Individualisierung können in Teilbereichen auch Elemente des jahrgangsübergreifenden Unterrichts zum Einsatz kommen. Differenzierter Klassenunterricht ist daher als Zwischenschritt zum Lernen im jahrgangsübergreifenden Unterricht zu verstehen."

(siehe: www.bildungsportal.nrw.de/BP/Schule/Politik/Schuleingangsphase)

Beschluss der Schulkonferenz der Richard-Schirrmann-Schule

Unsere Schulkonferenz hat am 05.07.04 beschlossen, die Klassen 1 und 2 bis auf weiteres jahrgangsbezogen zu unterrichten. Es ist erklärtes Ziel, das jahrgangsübergreifende Modell im Auge zu behalten und dieses ggf. umzusetzen, wenn sich durch Fortbildungen und Austausch mit anderen Schulen zeigt, dass die Kinder jahrgangsübergreifend auch dann besser gefördert und gefordert werden können, wenn die Klassenlehrerin/der Klassenlehrer nicht durch eine Schulkindergärtnerin und/oder Sozialpädagogin unterstützt wird.

 

 

6.2 Das Konzept der RSS

 

Internationale Vergleichsuntersuchungen haben deutlich gemacht, dass Deutschland seine Bildungsanstrengungen erhöhen muss. Die Förderung aller Kinder muss früher einsetzen, um die besten Startchancen für den Schulanfang zu schaffen. Es gilt, einen deutlicheren Akzent auf die vorschulische Erziehung und Bildung durch den Kindergarten zu setzen, die natürliche Neugier und die Lernbegeisterung der Kinder stärker aufzugreifen und für einen erfolgreichen Übergang in die Grundschule zu nutzen. Das ist für die weitere Schullaufbahn von entscheidender Bedeutung.

Die Entwicklung der Schulfähigkeit ist ein kontinuierlicher Prozess. Damit dieser optimal gestaltet werden kann, müssen Kindergärten, Grundschule und Eltern schon frühzeitig zusammen arbeiten. Sie übernehmen damit gemeinsam die Verantwortung für eine bestmögliche Förderung der Kinder.

Daher ist es für uns selbstverständlich, die Zusammenarbeit mit dem Kindergarten zukünftig noch stärker zu suchen und zu pflegen. Uns ist aber auch bewusst, dass Schule und Kindergarten nicht alle gesellschaftlichen Forderungen erfüllen können und eine Förderung der Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter nur erfolgreich sein kann, wenn die Erziehungsberechtigten von Beginn an in die Beobachtungen und Förderbemühungen aktiv eingebunden werden und die Arbeit der Erzieher/innen und Lehrer/innen konsequent unterstützen.

 

Verstärkte Zusammenarbeit von Kindergarten und Grundschule

Nach der Anmeldung der Kinder in der Grundschule (bis zum 15. November) findet ein erster Austausch zwischen Schulleitung und Kindergartenleitung über die Neuanmeldungen statt. Dieses Gespräch dient der Information und Einschätzung, welche Kinder (insbesondere auch die Antragskinder) eine besondere Begabung oder vermutlich in der noch zu verbleibenden Zeit bis zur Einschulung einen erhöhten Förder- oder Therapiebedarf erkennen lassen. Grundlage dieser Überlegungen ist das Schulfähigkeitsprofil der betreffenden Kinder. Kindergarten und Schule erstellen mit den Erziehungsberechtigten in einem gemeinsamen Gespräch bei Bedarf ein langfristiges Förderkonzept.

 

Ende Februar findet in der Schule für alle neuangemeldeten Kinder an einem Vormittag von 10.00 – 12.00 Uhr ein gemeinsames Schulspiel statt.

 

Im Anschluss an das Schulspiel findet eine Lehrerkonferenz statt, um sich über die Beobachtungen und Einschätzungen auszutauschen.

 

War die Zeit beim Schulspiel zu kurz, um zu einem gesicherten Urteil zu kommen, oder sind Kinder mit besonderen Begabungen oder auch Defiziten in einigen Kompetenzbereichen aufgefallen, werden diese Kinder von Lehrer/innen im Kindergarten besucht und beobachtet (vormittags von 10.00 –12.00 Uhr). In jedem Fall vereinbart die Schulleitung mit den Eltern, ggf. auch zusammen mit Vertretern des betreffenden Kindergartens einen Gesprächstermin. Bei Bedarf wird die Hilfe von Sonderschulkolleginnen/Sonderschulkollegen hinzugezogen.

 

Im Mai/Juni werden alle Schulneulinge in die Schule eingeladen, um am Unterricht der 1. Klasse teilnehmen zu können.

Zur selben Zeit etwa werden die Erziehungsberechtigten der Schulneulinge zu einem Informationsabend eingeladen, an welchem sie durch die Schulleitung über die Einschulung, den Schulstart, die ersten Schulwochen und die nötigen Besorgungen informiert werden.

 

Wenn möglich, sollen die Schulneulinge Gelegenheit erhalten, schon vor den großen Ferien am Schulleben teilzunehmen: Besuch des Schulfestes, Besuch von Generalproben für Klassenfeste, Präsentation von Ergebnissen aus Schul- oder Klassenprojekten usw.

 

Nach der Einschulung werden die Erzieher/innen kurz vor oder nach den Herbstferien zu einem Erfahrungsaustausch über ihre ehemaligen Kinder in die Schule eingeladen. Hier können die neuen Klassenlehrer/innen über den Schulstart berichten und sich mit den Erzieherinnen über die Kinder, deren Verhalten und deren Leistungen austauschen.

 

Geplant ist eine Gesamtkonferenz von unserer Schule mit möglichst vielen Kindergärten (Hoisten, Helpenstein, Schlicherum), um sich über verschiedene Vorschulprogramme austauschen zu können und um evtl. über ein einheitliches Vorschulprogramm diskutieren zu können. So kann die Schule noch besser und genauer die Kinder dort abholen, wo sie sich befinden, und auch Wünsche der Schule werden durch gemeinsame Treffen transparenter.

 

Lernstandsdiagnose und –beschreibung

 

Diagnostik im Kindergarten/Vorschulalter

-          Verfahren zur Diagnose der phonologischen Bewusstheit in der Vorschulzeit; siehe Artikel in der Zeitschrift „Grundschule 9/2003

-          darauf aufbauendes Trainingsprogramm „Hören – lauschen – lernen“, Sprachspiele für Kinder im Vorschulalter

 

Diagnostik beim Schulspiel

-          Literatur und daraus u. a. entnommenes Material für das Schulspiel (Anlage 2):
Karlheinz Barth, Lernschwächen früh erkennen im Vorschul- und Grundschulalter, München 2003, 4. Auflage

 

Diagnostik zu Schulbeginn und im Verlauf des 1. Schuljahres

-          Stolperwörter-Lesetest von Brügelmann (erstmalig Ende 1. Klasse)

-          Hamburger Schreibprobe (HSP 1-M1 und HSP 1-E1)

-          Möglichkeit der weiteren und genaueren Diagnostik bei „Auffälligkeiten“: „Rundgang durch Hörhausen“

-          Darauf aufbauende Förderung u. a. mit dem Trainingsprogramm „Leichter Lesen lernen mit der Hexe Susi“

-                     Lesemalblätter
optional:

-          Test von Mechtild Dehn (im November und Januar 6 Wörter, im Mai 9 Wörter)

-          9-Wörter-Diktat von Brügelmann (alternativ oder zusätzlich zu Dehn am Ende des 1. Schuljahres oder am Anfang des 2. Schuljahres)

 

Diagnostik in den weiteren Schuljahren

-          Stolperwörter-Lesetest von Brügelmann

-          Hamburger-Schreibprobe (HSP 1-M2),
weitere Test nur noch für „auffällige“ Kinder

-          Arbeit nach Sommer-Stumpenhorst (beginnend Anfang des 2. Schuljahres)

-          Test zum sinnentnehmenden Lesen/Leseverständnis (inkl. Übungen zum Markieren, Zitieren etc.)

 

 

Individuelle Förderung

 

Mathematik

 

In Mathematik ist die Grundlage für den Lernerfolg und die Lernfreude ein gesichertes Mengen- und Zahlenverständnis. Daher wird an den Anfang des Mathematikunterrichts ein etwa drei bis vier Wochen dauernder „pränumerischer Kurs“ gestellt. Im „pränumerischen Kurs“ geht es u. a. um 1:1-Zuordnungen, um das Darstellen und Erfassen von Mengen, um Mengenkonstanz und Ungleichmächtigkeit, um das Erfassen vom Ganzen und seinen Teilen, um Sortieren, um Raum-Lage-Beziehungen und Orientierung im Raum, um Mengenkonstanz bei Variation der Anordnung und um erste Rechengeschichten. Im Lehrerzimmer befindet sich ein Ordner mit entsprechenden Übungseinheiten.

Durch diesen Kurs soll gewährleistet werden, dass einerseits das Mengen- und Relationsverständnis aller Kinder gefestigt wird und andererseits die Schüler frühzeitig erkannt werden können, die eventuell eine Rechenschwäche aufweisen. Mit den Eltern dieser Kinder sollte frühzeitig Kontakt aufgenommen werden, damit die betroffenen Schüler bei Bedarf auf Dyskalkulie getestet werden können. Dieser frühe Diagnosezeitpunkt verhindert bei möglichen rechenschwachen Kindern, dass sie überfordert werden, wenn der normale Unterrichtsstoff weiter voranschreitet. Es kann verhindern, dass sie sich eigene Rechenmuster erstellen oder aber ihre Zählfähigkeiten weiter ausbauen. Zur besonderen Förderung dieser Kinder im Unterricht stehen die „Kieler Zahlenbilder“(Ch. Rosenkranz, Veris Verlag) und Cuisenaire-Stäbe mit Begleitmaterial (Schubi-Verlag) zur Verfügung.

 

Im Sinne des „Lernen lernens von Anfang an“ und eines daraus folgernden problemlösenden und entdeckenden Mathematikunterrichts arbeiten wir an unserer Schule nach dem Konzept „Mathe 2000“ von Müller/Wittmann.

 

Grundlegende Prinzipien des Konzeptes „Mathe 2000“ sind:

-          die Konzentration des Stoffes auf die tragenden Grundideen der Arithmetik, der Geometrie und des Sachrechnens

-          das aktiv-entdeckende und soziale Lernen

-          die Sparsamkeit in Demonstrations-, Arbeits- und Darstellungsmitteln

-          das produktive Üben

-          die natürliche Differenzierung

-          die Einführung in Rahmenthemen

-          die Lern- und Erfolgskontrollen

Diese Prinzipien ermöglichen es allen Kindern, ihrem Leistungsvermögen entsprechend voran zu schreiten, ihren Denkstrukturen entsprechend Lösungsstrategien zu entwickeln oder zu übernehmen  und eine gesicherte Rechenfähigkeit und –fertigkeit zu erlangen. Lehrer/innen hilft dieses Konzept, sich im Mathematikunterricht auf das Wesentliche zu konzentrieren und mehr Zeit zu haben, die Kinder individuell zu fördern und zu fordern.

 

Nach Feststellung des individuellen Lernstands eines Kindes, kann unter Einbeziehung der nachfolgend genannten Materialien ein individueller Förderplan erstellt werden. Die Auflistung besagt nicht, dass alle Kinder diese Materialien nutzen, sie stellt einerseits eine Zusammenstellung der in der Schule zur Verfügung stehenden Arbeitsmittel dar und soll dem Lehrer/der Lehrerin eine Hilfe zur Erstellung der individuellen Förderpläne sein, und ist andererseits eine Handreichung zur individualisierenden Unterrichtsgestaltung für die ganze Klasse und für Fördergruppen:

         Computerprogramme (Buddenberg, Blitzrechnen, Lernwerkstatt, LogiClic),

-         Lernkarteien,

-         Zahlenwerkstatt,

-         Logico Piccolo 1 u. 2,

-         Paletti,

-         Cuisenaire Stäbe und entsprechende Arbeitsblätter,

-         Montessori-Material,

-         Soma-Würfel,

-         Tangram,

-         Nikitin-Material,

-         Flohs Geometriekiste,

-         Kurzfutter für Schnelldenker,

-         Logicals (lesen, verstehen, kombinieren ab 2. Schuljahr),

-         Denkschule (Material zum Zahlenbuch),

-         Kopiervorlagen für Rätsel, Spiele, Kurioses, Konzentrations- und Wahrnehmungsschulung usw.

 

Zur Förderung und Forderung der starken Rechner sollen alle diese Kinder jedes Jahr die Möglichkeit erhalten, an Mathematik-Wettbewerben teilzunehmen, z. B.

www.mathe-kaenguru.de

www.mathetreff.de

Um diese Angebote regelmäßig anzubieten, wählt die Lehrerkonferenz jedes Jahr eine hierfür verantwortliche Person, zu deren Aufgaben es zählt, aus dem Internet entsprechende Aufgaben herunter zu laden, an die Mathematiklehrer/innen zu verteilen, Wettbewerbsunterlagen zu sichten, vorzustellen, auszufüllen und entsprechende Anmeldungen vorzunehmen.

Die Auswertungen und evtl. Begleitung zu Wettbewerben ist Aufgabe des gesamten Kollegiums.

 

 

 

Deutsch

 

Schwerpunkt: Lesen- und Schreibenlernen

 

An unserer Schule lernen die Kinder nach dem Prinzip „Lesenlernen durch Schreiben“. Bei diesem Spracherfahrungsansatz stehen die eigenen Voraussetzungen der Kinder und das individuelle Voranschreiten im Vordergrund. Mit Hilfe von Anlauttabellen schreiben die Kinder erste lauttreue Wörter und verfassen oft schon sehr schnell eigene kurze Sätze. Ausgehend von den individuellen Voraussetzungen der Kinder wird so jedes einzelne Kind entsprechend seines Lerntempos gefördert.

Da die Kinder im Rahmen der Frei-, Tagesplan- und Wochenplanarbeit dem Lehrer viel Zeit zum Beobachten und Begleiten der Lernfortschritte geben, kann der Lehrer einzelne Kinder im Laufe des Vormittags viel individueller fördern und gemeinsam mit dem Kind erarbeitete Förderpläne umsetzen.

 

Um die Lesemotivation der Kinder zu fördern und zu entwickeln, wird Wert auf eine lesefördernde Lernumgebung mit vielfältigen Leseanreizen gelegt.

Hierzu gehören auch:

-         Vorstellen des selbst Geschriebenen

-         Nachlesen der „Werke“, die andere Kinder verfasst haben, z. B. am „Schwarzen Brett“

-         Binden der selbst verfassten Texte und Bilder in kleine „Bücher“

-         Einrichten von Vorlese-Zeiten

-         Büchereibesuche ab dem 1. Schuljahr

-         Einrichtung einer Klassenbücherei

-         Lesen und Erarbeiten von Ganzschriften (mindestens eine Ganzschrift ab der 2. Klasse pro Schuljahr) z. T. unter Einbeziehung eines Lesebegleiters

-         jährliche Buchausstellung für Kinder und ihre Familien

-         Teilnahme an Wettbewerben zur Lese- und Schreibförderung, z. B. Tesalino und Tesalina

 

Da nicht alle Kinder auf die gleiche Weise und im gleichen Tempo das Lesen erlernen, werden vielfältige, differenzierende Maßnahmen ab dem 1. Schuljahr ergriffen und angeboten, z. B.:

-         Aufstellen individueller Förderpläne

-         Freie Lesezeiten

-         Anbieten anforderungsbezogener Texte

-         Trainingsprogramm „Leichter Lesen lernen mit der Hexe Susi“

-         Leseförderung auch mit Unterstützung des Computers
in der Schule vorhandene Lernsoftware:        - Lernwerkstatt
                                                                            - Caesar, Lesen und Schreiben
                                                                            - Schreiblabor
                                                                            - Budenberg
                                                                            - Tobi, Programm zur Fibel

-         Abbauen von Defiziten und Fördern von Stärken durch individ. Förderpläne, unterstützt u. a. durch folgende Materialien:     - Logico Piccolo
                                                                            - Paletti
                                                                            - LÜK
                                                                            - Lesetrainer
                                                                            - bereits o. a. Lernsoftware
                                                                            - Einsatz von Eltern, die sich geduldig
                                                                              vorlesen lassen

-        Teilnahme am Unterricht einer anderen Jahrgangsstufe

 

Es ist eine grundlegende Aufgabe der Schule, durch Texte, die Fähigkeit und die Bereitschaft der Kinder, mit Texten umzugehen, zu wecken und zu fördern. Beim Umgang mit Texten (Erzählungen, Gedichte – einschl. des Auswendiglernens -, Märchen, Briefe, Sach- und Gebrauchstexte, Filme) werden dann insbesondere die Fähigkeiten gefördert, das Gelesene zu verstehen und mit eigenen Worten wieder zu geben, sich auf unterschiedliche Texte einzulassen, sie zu untersuchen, zu bewerten, und in verschiedener Hinsicht für sich und andere zu nutzen.

 

 

Schwerpunkt: Schriftliche Sprachgestaltung

 

Die Schüler sollen motiviert werden, unterschiedliche Schreibsituationen für sich sinnvoll und mit Freude zu nutzen. Ziel soll es sein, die Fähigkeiten der Schüler zu fördern, planvoll zu schreiben und Texte zu überarbeiten.

In den Klassen 1 und 2 haben daher besondere Bedeutung:
Spontanes Schreiben: Mitteilungen, kurze Briefe
Freie Texte: Geschichtensammlungen bzw. –bücher, Tagebücher

Funktionale Texte: Notizen, Aushänge, Briefkasten, Regeln, usw.
Texte zu anstehenden Themen, wie zu Jahreszeiten, zu Festen und Feiern, zu Bildern, Fotos, Büchern, usw.

 

Bedingt durch die Heterogenität in einer Klasse wird die Bandbreite der individuellen Leistungen von Anfang an sehr groß sein. Die Möglichkeit, diese Heterogenität zu nutzen, indem die Stärkeren den Schwächeren beim Schreiben und Lesen helfen und die Schwächeren durch Zuhören von den Ergebnissen der Stärkeren lernen, ist die bislang einmalige und große Chance der Grundschule als einzige noch echte Gesamtschule.

Kinder, die trotz individueller und intensiver Förderpläne und weiter reichender Angebote in ihrer Jahrgangsstufe unterfordert sind, haben wie bisher die Möglichkeit, am Unterricht der nächst höheren Jahrgangsstufe probeweise, evtl. auch nur in einigen Fächern, teilzunehmen. Hierzu muss der Stundenplan die Möglichkeiten bieten (vgl. 3.4)

 

Bedeutung neuer Lernformen und Lernmethoden

Die Bedingungen, unter denen heute zu unterrichten ist, haben sich erheblich verändert. Immer neue Anforderungen an das schulische Lehren und Lernen werden nicht nur von Schülerseite gestellt, sondern auch von Seiten  der Eltern, der Wirtschaft und der Schulverwaltung. Das traditionelle Methodenrepertoire reicht nicht mehr aus, um den veränderten Lebensverhältnissen und Lerninteressen der Schüler/innen gerecht zu werden. Daher sind grundlegende Veränderungen sowohl des Rollenverständnisses als auch des Methodenrepertoires der Lehrer/innen nötig.

Neue Lernformen sind schon deshalb notwendig, weil unter dem Einfluss des alltäglichen Medienkonsums  die Aufnahmebereitschaft und -fähigkeit der Kinder nachgelassen hat.

Sie sind aber auch deshalb geboten, da von Seiten der Eltern, der Betriebe und der Bildungspolitik zunehmend neue Anforderungen an die schulische Bildungsarbeit gestellt werden, die neben den unverzichtbaren Qualifikationen Lesen, Schreiben und Rechnen auf die Vermittlung zukunftsgerechter Schlüsselqualifikationen wie Selbstständigkeit, Methodenkompetenz, Kommunikationsfähigkeit, Teamfähigkeit, Kreativität, Eigeninitiative, Zielstrebigkeit und Verantwortungsbewusstsein zielen. Mit den traditionellen Methoden lassen sich diese Qualifikationen nur schwer vermitteln. (vgl. Heinz Klippert, Unterrichtsentwicklung, Methodentraining als Basisstrategie, in Schulleitung und Schulentwicklung, E.2.11, S. 2f)

Diese neue Lehr- und Lernkultur muss bereits mit der ersten Klasse beginnen. Für die Zukunft der Kinder ist es nicht von existentieller Bedeutung zu wissen, wie welcher Dinosaurier wann und wo gelebt hat. Die Kinder müssen durch die Schule befähigt werden, Informationen selber zu finden, diese zu verstehen, auszuwerten und anderen mitzuteilen. Sie müssen angeleitet werden, das Lernen zu lernen, Erkenntnisse in neuen Zusammenhängen anzuwenden und Wissen an andere weiter zu geben.

In den einzelnen Schuljahren sollen die Kinder der Richard-Schirrmann-Schule folgende Methoden spätestens kennen lernen und in den darauf folgenden Schuljahren weiter einüben und immer sicherer anwenden können.

Das Einführen, Einüben und Vertiefen dieser Methoden bietet unseren Schülerinnen und Schülern ein solides Fundament, um auch auf den weiterführenden Schulen erfolgreich lernen und arbeiten zu können:

1. Schuljahr:               - Markieren

 

2. Schuljahr:               - Mind-map

                                   - Kugellager

 

3. Schuljahr:               - Lernplakat

                                   - Schreibgespräch

 

4. Schuljahr:             - Vortrag

- Stichwortzettel

 

Organisation des Unterrichts

 

Am regulären Förderunterricht sollen, wenn sinnvoll, möglichst alle Kinder einer Klasse teilnehmen können, um eine größere Bandbreite der Förderung zu erreichen. In Zukunft soll ausprobiert werden, den Förderunterricht in verschiedenen Klassen parallel laufen zu lassen, um eine Förderung leistungsgleicher Kinder zu ermöglichen und evaluieren zu können.

 

In den Jahrgangsstufen 1 und 2 sollen möglichst jeden Tag mind. 2 Stunden von den Klassenlehrer/innen parallel unterrichtet werden, um ein Jahrgangsübergreifendes Lernen und Arbeiten „nach oben und unten“ zu ermöglichen.

 

Um den Besuch des Mathematikunterrichts einer höheren Klasse besuchen zu können, soll es für alle Klassen 5 parallele Mathematikstunden und möglichst vier weitere Parallelstunden pro Woche geben, die vom Klassenlehrer bzw. der Klassenlehrerin unterrichtet werden, um ein klassen- und jahrgangsübergreifendes Arbeiten und Lernen für die Kinder nicht nur in Mathematik zu ermöglichen.